Der 21-Jährige Roman Lob ist Nachfolger von Lena

"Kasperletheater auf ganz großem Niveau"
Freitag, 17.02.2012
Der 21-jährige Sieger von "Unser Star für Baku": Roman Lob. Foto: dapd

So sprachlos wie bei der Entscheidung über den "Star für Baku" hat man Stefan Raab selten gesehen. Während am Donnerstagabend beim Grand-Prix-Vorentscheid das Live-Voting für die Finalisten Roman Lob und Ornella de Santis sich ständig veränderte, raufte er sich die Haare: "Wenn's irgendwie spannend wird, werde ich ganz ruhig", sagte der "Baku"-Juror und ProSieben-Moderator.

Roman war Favorit seit der ersten Sendung

Sprachlos war zunächst auch der 21-jährige Roman auf der Bühne: Der Favorit seit der ersten Sendung des Vorentscheids gewann im Finale nach dem Zuschauervoting knapp mit 50,7 Prozent. Er wird nun Deutschland am 26. Mai beim Eurovision Song Contest (ESC) in Baku vertreten - für Raab ist der internationale Musikwettbewerb "Kasperletheater auf ganz großem Niveau".

Industriemechaniker Roman aus Neustadt/Wied in Rheinland-Pfalz tritt die Nachfolge von Lena Meyer-Landrut an. Der Paradiesvogel hatte 2010 mit unkonventionellen Auftritten und Selbstbewusstsein erst die deutschen TV-Zuschauer und dann ganz Europa begeistert und sich den ESC-Sieg geholt - und 2011 beim Song Contest im eigenen Land Platz zehn belegt. Begleitet wurde sie dabei von Raab.

Kehlkopfentzündung machte ihm bei DSDS eine Strich durch die Rechnung

Eher der ruhige Typ ist Roman, der nach eigenen Angaben von seinem Favoritenstatus überrascht war und gar nicht damit gerechnet hatte, nach dem ersten Casting überhaupt in die Show zu kommen. Castingshow-Erfahrung hat er allerdings schon: 2006 hatte er an der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" teilgenommen und war in die Top 20 gekommen, musste aber wegen einer Kehlkopfentzündung die Segel streichen.

Bei seinen Auftritten im Finale des Vorentscheids im Ersten trug der sympathische Nachwuchssänger leger wie immer T-Shirt und Karo-Hemd. Trotz seines Gewinns will der 21-Jährige seinen bisherigen Job nicht komplett aufgeben. Bis auf Weiteres habe ihn seine Firma freigestellt, sagte der Industriemechaniker nach der Show in der ProSieben-Sendung "TV Total". "Die warten jetzt einfach ab, wie es bei mir läuft."

Die Suche nach dem "Star für Baku"

Um den deutschen Kandidaten für Aserbaidschan zu finden, hatten sich erneut ProSieben und die ARD zusammengetan. Ganze acht Sendungen umfasste die neue Showreihe "Unser Star für Baku", der es etwa im Vergleich zur viel gelobten neuen ProSieben/Sat.1-Castingshow "The Voice of Germany" doch an Spritzigkeit fehlte. Der Kick, den der neue Abstimmungsmodus mit Live-"Blitztabelle" zum Auftakt noch bot, verschwand zusehends. Und damit auch die Zuschauer.

Zuletzt erreichte das Format im Halbfinale auf ProSieben am Montag nur noch durchschnittlich 1,22 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 3,8 Prozent. Der Start des Vorentscheids am 12. Januar hatte noch 2,44 Millionen Zuschauer und 8,2 Prozent Marktanteil, danach rutschte die Quote ab. 20 Kandidaten waren zu Beginn der Castingshow angetreten. Mehrere Tausend Bewerber wollten bei der Castingsendung dabei sein.

Thomas D.: "Der Drops ist jetzt gelutscht!"

Im Finale konnten die Zuschauer nicht nur den Kandidaten, sondern auch den Song auswählen. Drei Titel präsentierten Ornella und Roman jeweils. Bei Romans "Standing Still", das von den englischen Songwritern Jamie Cullum, Steve Robson und Wayne Hector verfasst wurde, tobte das Publikum - "der Drops ist gelutscht", befand Jury-Präsident Thomas D, im güldenen Hochzeitsanzug von vor sieben Jahren, mit Blick auf die Songauswahl. Mit 76,8 Prozent votierte das TV-Publikum für "Standing Still".

Einen kleinen Vorgeschmack, mit welcher internationalen Konkurrenz es der deutsche ESC-Kandidat in Baku zu tun haben wird, bekamen die Zuschauer im Finale auch schon. In Einspielern wurden Auszüge der Titel anderer Länder eingespielt: So setzt Zypern auf den orientalisch angehauchten Party-Song "La La Love", Malta auf einen Gute-Laune-Titel, Norwegen auf eine Mischung aus orientalischen Klängen und modernem Elektrosound, Albanien auf eine dramatische Schmalz-Ballade und Gastgeber Aserbaidschan auf traditionelle Klänge. Es sei "wieder richtig was los", kommentierte Raab in der Show. Das Schöne am ESC sei ja, "dass da wirklich für jeden was dabei ist".

Für den Song Contest gab Raab bei der anschließenden Pressekonferenz die Top 10 als deutsches Ziel aus: "Die Chancen sind ganz gut."

Und mit diesem Song wird Roman Lob am 26. Mai beim Eurovision Song Contest in Baku antreten: Standing Still

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