Christian Wulff ist zurückgetreten
Christian Wulff ist von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten! Dies erklärte er am Freitagvormittag im Schloss Bellevue. "Mir ist es nicht mehr möglich, das Amt so weiter auszuführen, wie es seinem Ansehen entspricht. Ich habe Fehler gemacht, aber ich war immer aufrichtig", so Wulff in der Erklärung, die er sichtlich betroffen im Beisein seiner Gattin abgab. Und: "Die Berichterstattungen in den vergangenen Tagen und Wochen haben meine Frau und mich sehr verletzt."
Anschließend ist auch Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Presse getreten: "Ich zolle dieser Haltung ausdrücklich meinen Respekt. Die Parteien, die die Bundesregierung tragen, werden sich beraten und Gespräche führen mit dem Ziel, einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu finden".
SPD: Rücktritt von Wulff ist Pleite für Merkel
Der Generalsekretär der rheinland-pfälzischen SPD, Alexander Schweitzer, hat den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff als "unglaubliche Pleite" für die schwarz-gelbe Bundesregierung bezeichnet. Nach Horst Köhler sei Wulff nun das zweite Staatsoberhaupt, das von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach parteipolitischen Aspekten ausgewählt worden sei und den Rücktritt eingereicht habe, sagte Schweitzer am Freitag.
Schweitzer forderte Merkel auf, bei der Auswahl eines neuen Kandidaten auf die Opposition zuzugehen und eine Persönlichkeit zu suchen, die "allseitig in der Gesellschaft akzeptiert wird". Schweitzer zufolge war der Rücktritt von Wulff am Freitag "ein längst überfälliger Schritt". Er habe das Amt und die Gesellschaft mit seinen Affären "über Gebühr beschäftigt und belastet".
Was war passiert?
Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, die Aufhebung der Immunität sei wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme beantragt worden. Nach umfassender Prüfung neuer Unterlagen und der Auswertung weiterer Medienberichte sehe man "zureichende Anhaltspunkte." Auch gegen den Filmunternehmer David Groenewold bestehe ein Anfangsverdacht wegen Vorteilsgewährung. Hintergrund ist eine Reise Wulffs und seiner heutige Frau Bettina 2007 in ein Luxushotel auf Sylt.
Damit wird zum ersten Mal ein Ermittlungsverfahren gegen einen amtierenden Bundespräsidenten eingeleitet. "Das ist ein einzigartiger Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik", sagte Schweitzer. Offensichtlich sei an den Vorwürfen gegen Wulff "mehr dran als nur Kleinigkeiten." Schweitzer sagte, er sei fassungslos, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dieses Drama so weit habe kommen lassen. Es brauche jetzt einen "gesamtgesellschaftlichen Konsens für einen Neuanfang im Amt des Bundespräsidenten". -dapd-
Die Rücktrittserklärung von Bundespräsident Christian Wulff haben wir hier noch einmal für Sie als Video:

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