Beck auf Kosten von Eventmanager Schmidt geflogen

Staatskanzlei bestätigt Bericht des "Stern"
Donnerstag, 02.02.2012
Foto: dapd

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat in seiner Zeit als SPD-Bundesvorsitzender einen Privatflug auf Kosten des umstrittene Eventmanagers Manfred Schmidt genutzt. Ein Sprecher der Mainzer Staatskanzlei bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des Magazins "Stern". Die CDU forderte eine Erklärung von Beck und kündigte zugleich ein parlamentarisches Nachspiel an.

Dem Bericht zufolge war Beck im Februar 2008 in Begleitung von zwei Leibwächtern mit einem Privatjet von Berlin nach Hamburg geflogen, um dort an einem von Schmidt organisierten "Arcandor Media Get Together" teilzunehmen. Die Kosten in Höhe von knapp 4.000 Euro übernahm Schmidt.

Der Grund: Eine Sitzung mit unabsehbarer Dauer

Beck habe am fraglichen Tag an einer Sitzung in Berlin teilgenommen, deren Dauer nicht abzusehen gewesen sei, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei. Deswegen habe man auch keinen Linienflug und keine Zugfahrt nach Hamburg buchen können.

Da Schmidt aber ein großes Interesse daran gezeigt habe, dass Beck zu der Veranstaltung am Abend in Hamburg komme, habe er den Flug mit dem Privatjet angeboten. Dieses Angebot habe man angenommen. Alle übrigen Kosten habe aber die SPD gezahlt, da Beck in seiner Funktion als Parteichef unterwegs gewesen sei, betonte der Regierungssprecher.

Ministerpräsiden soll weitere Einladungen offenlegen

Der rheinland-pfälzische CDU-Generalsekretär Patrick Schnieder forderte eine Stellungnahme des Beck. Der Ministerpräsident müsse dabei auch offenlegen, ob es noch weitere Einladungen Schmidts gab. "Sollte Beck für sich und seine Begleiter Einladungen in dieser kostspieligen Höhe angenommen haben, so könnte es Vorteilsnahme im Amt gewesen sein", sagte Schnieder.

Nach möglichen weiteren Kontakten zwischen Beck oder anderen Mitgliedern der Landesregierung und dem Eventmanager fragt auch eine parlamentarische Kleine Anfrage, die der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Josef Bracht noch am Donnerstag einreichte. -dapd-

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