Seit mehr als zehn Jahren führt der Sachbereich Jugend-Gefährdeten-Hilfe des Caritasverbandes Koblenz das Anti- Gewalt-Training als Gruppenmaßnahme für mehrfach auffällige jugendliche und heranwachsende Gewalttäter durch.
Zufrieden und mit einem gewissen Stolz blickte das Team der Jugend-Gefährdeten-Hilfe bei einer Jubiläumsfeier im Haus der Koblenzer Caritas nun auf seine erfolgreiche Arbeit zurück.
Zahlreiche Gäste aus der Justiz, von Jugendämtern und Kooperationspartnern folgten der Einladung und erhielten in drei Fachvorträgen einen Einblick in die Praxis des Anti-Gewalt-Trainings. Eine Bewertung der zehnjährigen Arbeit der Jugend-Gefährdeten-Hilfe wurde vorgestellt und letztlich der Blick auf ein neues Hilfeangebot des Caritasverbandes für sexuell übergriffige junge Menschen gelenkt.
Thorsten Lemke leitete bereits zahlreiche Anti-Gewalt-Trainings der Koblenzer Caritas mit bislang ca. 260 Teilnehmern. Er stellte in seinem Vortrag die wesentlichen Grundlagen der Maßnahmen vor: die konfrontative Bearbeitung der Straftaten („Heißer Stuhl“), das körperbezogene Training, das Training Sozialer Kompetenzen, die
Übernahme der Opferperspektive, die Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln, klare Regeln und erlebnispädagogische Inhalte.
„In den vergangenen Jahren absolvierten drei unserer Mitarbeiter eine Ausbildung zum zertifizierten Anti-Aggressivitäts/Coolness-Trainern®“, beschreibt Sachbereichsleiterin Ute Heußlein. „Das Training spiegelt die
fachliche Entwicklung der vergangenen Jahre und beinhaltet vielfältige und anerkannte Methoden der Sozialpädagogik.“
Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit den beiden Kooperationspartnern der Tai Chi Schule Koblenz sowie der
Europäischen Wing Tsun Organisation Koblenz. „Gerade die körperbezogenen Einheiten sind wichtige und erfolgreiche Instrumente, um mit jungen Gewalttätern an ihrer Aggressivität zu arbeiten“, so Ute
Heußlein weiter.
Rita Steffesenn, Leiterin des Institutes für deliktbezogene Täterarbeit, spannte in ihrer Präsentation einen Bogen vom Anti-Gewalt-Training hin zum neuen Angebot der Jugend-Gefährdeten-Hilfe, dem Anti-Sexuelle-Aggressivität-Training (ASAT®).
„Diese neue Maßnahme greift bewährte Elemente aus dem Anti-Gewalt-Training auf und ergänzt sie um speziell auf sexuell übergriffige junge Menschen zugeschnittene Ansätze und Methoden“, so Rita Steffes-enn.
„Es ist darüber hinaus das einzige Angebot für sexuell übergriffige Jugendliche und Heranwachsende im nördlichen Rheinland-Pfalz.“ Fünf pädagogische Mitarbeiter der Jugend-Gefährdeten-Hilfe absolvierten eine spezielle Zusatzausbildung und sind entsprechend zertifiziert. Eine detaillierte Konzeption des Trainings konnte den
interessierten Gästen bereits ausgehändigt werden.
„Die zahlreichen Gäste waren für uns eine schöne Bestätigung für die Arbeit der vergangenen zehn Jahre“, resümiert Ute Heußlein. „Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern möchten wir auch zukünftig Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit differenzierten Unterstützungsangeboten zur Seite stehen.“
Mit einem kleinen Umtrunk und der Gelegenheit zu vielen Fachgesprächen fand eine rundum gelungene und informative Feierstunde einen schönen Ausklang.
Weitere Informationen:
Caritasverband Koblenz e. V., Jugend-Gefährdeten-Hilfe, Hohenzollernstraße 118, 56068 Koblenz,
Telefon 0261 13906-200, E-Mail: jugendhilfe@caritas-koblenz.de [1]