Musical-Projekt erhält Landespräventionspreis
„Ein einmaliges Projekt, es gibt nichts Vergleichbares“, kommentierte Helmut Liesenfeld vom Innenministerium Rheinland-Pfalz das Musical-Projekt der Realschule plus Pellenz in Plaidt. Die Schule hat nun schon zum fünften Mal in kompletter Eigenregie ein Musical auf die Beine gestellt – inklusive eigener Texte, Musikkomposition und Bühnenbild - und erhielt dafür nun vor der abermaligen Aufführung im Forum in Polch den mit 3.000 Euro dotierten Landespräventionspreis. Es ist leicht vorstellbar, dass hierfür „in Ferien und an Nachmittagen tausende Stunden aufgewendet wurden“, sagt Martin Becker, mit seinem Kollegen Hans Bretz verantwortlich für die Handlung des Musicals „Lissi - wie alles begann“, dessen Texte und Musik. Der Mehrwert des Theaterspiels besteht in seinem gewaltvorbeugenden Charakter. „Unabhängig von Persönlichkeitseigenschaften der Schüler, wirkt sich die Musical-Produktion merklich gewaltpräventiv im Schulalltag aus“, sagt Schulleiter Paul Mohr. Deswegen und aufgrund des großen Engagements von 30 Lehrern aus dem Kollegium sowie rund 180 Schülern, dieses gigantische Projekt in ihrer Freizeit und unentgeltlich zu realisieren, wurde der Schule nun der Preis verliehen und dient der Fortsetzung des Projekts. Der Landespräventionspreis soll nun alljährlich vergeben werden, an Projekte, die Gewalt bereits verhindern, bevor sie entsteht.
Musical-Produktion mit Tradition
Seit 1999 das erste selbstständig produzierte Musical aufgeführt wurde, folgten bis heute vier weitere. „Lissi – wie alles begann“ ist nun die neueste Schöpfung. Den 20 in wechselnder Besetzung dargebotenen Aufführungen war ihr Ruf offenbar voraus geeilt. Alle Termine in der Region waren und sind vollständig ausverkauft.
“Lissi – wie alles begann“
Das Stück „Lissi, wie alles begann“ ist in seiner Thematik hochaktuell. Die Schausteller eines Rummelplatzes in Falkensee, exemplarisch durch Zuckerwatteverkäuferinnen und Kettenkarusselbesitzerin verkörpert, sind in finanzielle Schieflage geraten. Profiteur dieser Entwicklung ist Adrian Gier, gezeichnet als Karikatur eines skrupellosen Investmentbankers. Wie nicht anders zu erwarten, kauft er die Schuldscheine der Jahrmarktunternehmen auf, bis alle in seinem Besitz sind und entlässt dann die Arbeiter um sie zu schlechteren Bedingungen wieder einzustellen. Hier schlägt das Märchen nicht nur unterschwellig kritische Töne an einer gewissenlosen Finanz- und Wirtschaftspolitik an.
In dieser Notlage taucht Lissi auf. Sie soll den Menschen und insbesondere Lena von Blumenthal helfen, der blinden Tochter der Kettenkarusselbetreiberin Rosa. Wegen des Geldmangels und der zunehmenden Verschuldung rückt eine verfügbare Augenoperation für das Mädchen in weite Ferne. Wäre da nicht noch der verschollene Schatz von Falkensee. Im Verlauf der Geschichte lassen Lissi und die Leute vom Rummelplatz nichts unversucht, um den Schatz vor Adrian Gier zu finden, der ebenfalls von ihm erfahren hat und nun von ihm besessen ist. Am Ende gelingt es in einem Happy End den Schatz zu bergen, die Schausteller aus ihrer Abhängigkeit zu befreien und Lena die Augenoperation zu ermöglichen. Adrian Gier hingegen hat seine Besessenheit vom Geld in den Wahnsinn getrieben. Durch überraschende Tiefe und gleichzeitige kindgerechte Präsentation des Themas können aus dieser liebevollen Inszenierung sowohl Jung als auch Alt ihre Schlüsse ziehen. –niv-





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