TuS zeigt Zwei-Klassen-Unterschied auf

Rheinlandpokal: Klares 4:0 gegen Mülheim-Kärlich
Mittwoch, 22.02.2012
Tokio Nakai (am Ball) erzielte zwei der vier TuS-Tore. Foto: René Weiss

Zu einem zu keiner Zeit gefährdeten 4:0 kam die TuS Koblenz am Mittwochabend im Stadion Oberwerth gegen Rheinlandligist SG 2000 Mülheim-Kärlich und zieht damit in das Achtelfinale um den Rheinlandpokal ein.

756 Zuschauer fanden den Weg ins Koblenzer Stadion und sahen eine unterhaltsame Pokalpartie, deren Ausgang jedoch schon früh besiegelt sein sollte. Beide Teams begannen engagiert, die höherklassige TuS Koblenz war darum bemüht, früh im Spiel das Ruder an sich zu reißen, der Außenseiter aus Mülheim-Kärlich jedoch zeigte sich motiviert. Es war deutlich zu erkennen, dass man dem Favoriten ein Bein stellen wollte.

Direkt zu Spielbeginn ergaben sich gleich auf beiden Seiten erste gute Chancen. Während Michael Stahl auf Seiten der Koblenzer schon in der zweiten Spielminute einen gefährlichen Distanzschuss abgab, legte die SG 2000 in Person von Thorsten Knöll nach, der einen Freistoß aus guter Position auf das Gehäuse von TuS-Keeper Yalcin lenkte (4.). In der Folge zeigte sich der Rheinlandligist zwar bemüht, fand jedoch nicht die richtigen Mittel, um die TuS vor Probleme zu stellen. „Man hat heute den Unterschied zwischen Regional- und Rheinlandliga gesehen“, urteilte SG 2000-Trainer Marco Wagner nach der Partie. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Fußballer vom Deutschen Eck den ersten Treffer erzielen sollten. In der 16. Spielminute schließlich positionierte sich Tokio Nakai im Strafraum genau richtig und verwandelte eine Hereingabe von der linken Seite ohne Probleme zur 1:0-Führung für die Dämgen-Elf. „In der Anfangsphase war der Druck, das Spiel gewinnen zu müssen, schon spürbar. Nach dem ersten Tor fiel es uns dann deutlich leichter“, erklärte TuS-Trainer Dämgen. Nur drei Minuten später ging es ein weiteres Mal zu schnell für die SG 2000-Hintermannschaft, als Jura Gros mit einem Steilpass aus dem Mittelfeld steil geschickt wurde und vor dem Mülheim-Kärlicher Tor mustergültig den freistehenden und besser postierten Michael Stahl bediente, der die, zu diesem Zeitpunkt schon verdiente, Führung der TuS auf zwei Treffer zum 2:0 ausbaute (19.). „Nach den beiden schnellen Gegentoren war die Vorentscheidung natürlich schon gefallen“, erkannte auch Wagner die Überlegenheit der Koblenzer an. „Auch nach dem 2:0 waren wir entschieden darauf aus, das dritte Tor nachzulegen“, befand Dämgen auf der Gegenseite und so folgten kurz darauf weitere Möglichkeiten für die Koblenzer, den Torabstand weiter zu erhöhen: Zuerst scheiterte Tobias Bauer mit einem Fernschuss an Mülheim-Kärlichs Schlussmann Michael Wall, unmittelbar danach setzte Thomas Genter eine Flanke von links per Kopfball nur knapp über die Querlatte (21.). Dennoch sollte die Vorentscheidung noch im ersten Durchgang der Begegnung fallen, als Tokio Nakai nach einer ansehnlichen Kombination über rechts im Strafraum erneut seinen Torriecher bewies und den Ball zum 3:0 in die Tormaschen beförderte (45.).

Nach Wiederanpfiff änderte sich das Bild nicht. Die Elf von Michael Dämgen kontrollierte das Geschehen nach Belieben, die zwei Klassen tiefer spielende Gäste-Mannschaft spielte tapfer mit, kam letzten Endes jedoch zu keinerlei ernsthaften Torchancen. Einmal waren die Blau-Schwarzen noch erfolgreich, als Jung-Hun Kim das Spielgerät von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr spielte und Thomas Gentners Torerfolg zum 4:0 somit ein leichtes Unterfangen war (53.). Zwei Möglichkeiten des eingewechselten Winterneuzugangs der Koblenzer Tino Lagator in der Schlussphase blieben für die SG 2000 ohne weitere Folgen (75., 87.). Trotz der klaren Angelegenheit machte Wagner seiner Mannschaft „keinen Vorwurf“. „Alles ist in Ordnung“, kommentierte der Mülheim-Kärlicher Übungsleiter nach der Partie. Auf Seiten der Gewinner kritisierte Dämgen die Schlussphase seiner Mannschaft: „Wir haben in der letzten Viertelstunde den Ball nicht mehr laufen lassen. Das darf man sich in der Regionalliga nicht leisten."

Die Schängel waren mit dem Resultat zufrieden, allerdings nicht mit dem Zuschauerzuspruch: „756 zahlende Besucher - das ist eine enttäuschende Zahl", so TuS-Geschäftsführer Tom Theisen. In der nächsten Runde trifft seine Mannschaft auf die Metternicher Germanen. Deren Coach, Dominik Treis, weilte unter den 756 Zuschauern auf der Haupttribüne und machte sich ein Bild vom kommenden Gegner. Christian Pernak

SG 2000 Mülheim-Kärlich – TuS Koblenz 0:4 (0:3)
Mülheim-Kärlich: Wall, Berg, Theisen, Sasic (65. Aretz), Kossmann (54. Urbatzka), Wiersch, Knöll, Euler, Yasli (46. Pistono), Buschbaum, Dervishay.
Koblenz: Yalcin, Mund (78. Barletta), Göderz, Bauer, Lauer, Kim (60. Klasen), Nakai (67. Lagator), Gentner, Stahl.
Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Kruft) / Markus Wozlawek, Armin Grauel.
Tore: 1:0 Tokio Nakai (16.), 2:0 Michael Stahl (19.), 3:0 Tokio Nakai (45.), 4:0 Thomas Gentner (53.).
Zuschauer: 756.

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