Ein historischer Tag: Richtfest am Zentralplatz
KOBLENZ. Laut Liste exakt 333 Gäste nahmen teil am Richtfest Kulturgebäude auf dem Zentralplatz. Damit war eine zur Jahreszeit passende "echt karnevalistische Zahl" erreicht, wie OB Hofmann-Göttig schmunzelnd erklärte. Weiterer Grund zur Freude an diesem "historischen Tag": Staatssekretärin Heike Raab hatte einen Scheck in Höhe von 6,6 Millionen Euro im Gepäck, der aus Sondertöpfen des Landes stammt. Neben dem Land Rheinland-Pfalz bezuschusst auch der Bund die Koblenzer Baumaßnahme, die in einer „vorbildlichen Kooperation“, so einstimmig alle Festredner, von Stadt Koblenz sowie den Bau- und Planungsfirmen Strabag und Züblin realisiert wird. Mit dem Richtspruch wurde der offizielle Teil der Feierlichkeit abgeschlossen, bei heißer Suppe und kühlem Koblenzer Wein nutzten aber noch viele der Gäste anschließend die Gelegenheit, Interessantes zum Bau aus erster Hand zu erfahren.
Der Richtspruch
Forum Mittelrhein Koblenz - Kulturgebäude -
7. Februar 2012
Froh versammelte Richtfestgäste,
seid gegrüßt von mir aufs Allerbeste.
Nun hört nach altem Brauch Euch an,
was ich zur Feierstund’ berichten kann.
Der Richtspruch, das ist mein Privileg,
Euch zur Ehre nach dem langen Weg.
Der alte Zentralplatz, der war keine Zier,
drum hatte der Rat was Neues im Visier.
Stadt und STRABAG haben nachgedacht,
was man am Besten mit der Fläche macht.
Kultur und Handel, das war bald klar,
werden sich hier ergänzen wunderbar.
Die STRABAG holt’ sich die ECE an Bord,
um zu dritt zu suchen von Süd bis Nord
einen guten Planer mit feinem Sinn
für des Platzes großen Neubeginn.
Benthem Crouwel, das sehen wir heute,
war die richtige Entscheidung, liebe Leute.
Ihr Entwurf, der war nicht nur der Beste,
er ist auch der Grund für’s heut’ge Feste.
Hier auf dem Platz in schönster Lage,
steht bald ein Kulturgebäude, keine Frage.
Neben Shopping-Center und Promenade,
wird’s die Koblenzer freuen alle Tage.
Zeitgemäß fügt sich dies Bauwerk ein,
nein, es wird kein Fremdkörper sein.
Es passt zu den ehrwürdigen Alten,
die uns ein wenig Tradition erhalten.
Heute sind wir voll von Freud und Glück,
doch ich schau gern noch mal zurück.
Viele Monate sind nun schon vergangen,
seit die Arbeiten für diesen Bau begannen.
Es rollten Bagger und Radlader heran,
die Tiefgarage war als erstes dran.
Abgebrochen wurde dann das Hertie-Haus,
die Lichter gingen dort schon lange aus.
Kaum war errichtet der erste Kran,
der Rhein in unsere Baugrub’ kam.
Drei Wochen mussten wir dann warten,
bis mit Fundamenten konnt’ man starten.
Ein neuer Zeitplan wurde aufgestellt,
Schalung, Beton und Steine bestellt.
Von da an ging es Schlag auf Schlag,
ohne Unterbrechung Tag für Tag.
Was der Architekt sich hat ausgedacht,
uns beim Bauen viel Probleme macht.
Jedes Geschoss sieht anders aus,
das wird bei Gott kein einfach’ Haus.
Viel Luft, alles rund und fast keine Ecke,
zum Schluss auch noch ’ne schiefe Decke.
Auch unsre Planer haben so manche Nacht
mit der Lösung von Problemen zugebracht.
Den Termin zu schaffen war im Grund’
nur möglich mit allen hier im Verbund.
Mit Bravour wurden die Aufgaben bewältigt,
schaut man sich um, sieht man’s bestätigt.
Ein großer Dank soll an die Behörden gehn,
sie ließen uns zu keiner Zeit im Regen stehn.
Dank auch an all die Nachbarn ringsherum,
mit Staub und Lärm gingen sie geduldig um.
Es war ein Werk der vielen Hände,
stell ich heut fest am Rohbau-Ende.
Ein Werk, für das es sich stets lohnte,
dass auch von uns sich niemand schonte.
Drum wünsche ich so gut ich`s kann,
so kräftig wie ein Zimmermann,
mit stolz gehobenem und frohem Blick,
dem Kulturkubus nun alles Glück.
Der Ausbau konnt’ beginnen nun
und Züblin wird das Seine tun.
Nächstes Frühjahr ist es dann so weit,
das neue Zentrum für die Öffentlichkeit.
ZÜBLIN bedankt sich für das Vertrauen,
dass wir dieses Gebäude durften bauen.
Alle Tage waren wir sehr gerne hier,
wenn Ihr uns braucht, dann kommen wir.
Nun höret noch von diesem Ort
zum guten Schluss ein Segenswort
Mit Euch, Ihr Gäste – Baukollegen,
bitt` ich jetzt um des Himmels Segen.
Herrgott, dieses Bauwerk stets bewahr
vor Notzeit, Wasser, Feuer und Gefahr.
Zudem sei allen noch beschieden
Glück, Freud, Gesundheit und auch Frieden.
Damit dies alles sich erfüllt,
mein 1. Glas dem Bauherrn gilt
er lebe hoch - hoch - hoch!!!
Das 2. Glas nehm` ich nun voll,
weil`s allen Planern gelten soll.
Den Architekten, Statikern und Konstrukteuren,
den Geologen, Prüfern und Fachingenieuren.
An alle, die am Bau geschafft,
sei hiermit unser Dank gebracht.
sie leben hoch - hoch - hoch!!!
Das 3. Glas nehm` ich nun voll,
weil`s den Kollegen gelten soll,
die treu am Bau war`n stets zur Stelle
mit Hammer, Säge und auch Kelle.
Die Stahlbauer und Maurer auch,
sie leben hoch nach altem Brauch.
hoch - hoch - hoch!!!
Nun bitt ich: Herrgott schütze dieses Haus
und alle die hier gehen ein und aus.
Damit soll dieses Glas nun sterben -
bring Glück dem Bau mit allen Scherben!
Jetzt zieht den Richtkranz hoch hinauf
und lasst dem Fest nun seinen Lauf!
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