Die Punktlandung beim Publikum ist quasi vorprogrammiert

Schneiders Mittagstisch (27.05.2011): Oscar Brown tourt mit „Big Dig“ von Party zu Party - Viel Spaß auf, vor und hinter der Bühne
Donnerstag, 21.07.2011
Seit neuestem ist er wieder "Trennköstler", isst also kein Eiweiß mit Kohlenhydraten zusammen. Oscar Brown ernährt sich wieder sehr vorbildlich gesund, er hatte es ein bisschen "schleifen lassen". Jetzt steht wieder viel Gemüse, Salat und gutes Fleisch auf dem Speiseplan.

Schneiders Mittagstisch
- von Normann Schneider

REGION. Der Prophet im eigenen Land zählt ja bekanntlich nichts und diese Auffassung ist ja erwiesenermaßen meistens ein Fehler. Ähnlich geht es Oscar Brown, „ein Jung“ von der Mosel, der mit seiner Band „Big Dig“ deutschlandweit große Partys und Festivals rockt.

Nur hier im Mittelrheintal ist es um BIG DIG recht ruhig, wie würde der Kowelenzer sagen: „Tschi“, Nix! 2005 als „Boss Hoss“-Cover-Band gegründet, spielen sie heute ihren eigenen „Cowrock-Style“. Sogar die Witwe des legendären Frank Zappa findet die Songs der Band exorbitant gut. Heute sind „Big Dig“ so etwas wie die Hausband von Deutschlands erfolgreichster Radiostation SWR3. Ganz oft, wenn der beliebte Sender ein großes Fest mit vielen tausenden Leuten feiert, sind die Jungs dabei. Einer ihrer wenigen Auftritte in unserer Region haben sie beim Brauer-Power Fest auf der Hachenburger Brauerei am 18. Juni oder aber am 8. Juli beim Truck Grand Prix auf dem Nürburgring.

Normann Schneider: Ich bin ja ganz klar und nachweislich hetero, aber Ihre Figur ist ja schon bewunders- und beneidenswert!
Oscar Brown: Danke! Sport spielt natürlich eine große Rolle, aber viel macht eben die gute Ernährung aus. Ich spare mir das Snickers oder Mars. Als Trennköstler habe ich einen sehr guten Stoffwechsel. Ich muss alle zwei, drei Stunden zur Banane oder zum Apfel greifen, sonst falle ich vom Ast. Andere greifen zu der Schale mit den Keksen, den Schlendrian kann ich mir nicht durchgehen lassen.

Erste Schritte in der Musik?
Mit neun oder zehn Jahren habe ich klassisch auf der Heimorgel angefangen. Das waren echt spaßfreie und erfolglose Jahre. Der Altersunterschied zum meinem Lehrer war gigantisch, der war damals „gefühlte 100 Jahre“ älter und seine Musikauswahl entsprechend. Meine Motivation somit logischerweise überschaubar. Allerdings, die Grundlagen von Harmonielehre und das Verständnis wie Musik klingt, hat er mir vermittelt.

...und dann die erste Band und schwer im Keller gerockt?
Bei den einzelnen BIG DIG-Jungs lief das unterschiedlich. Wir haben vor BIG DIG alle schon in verschiedenen Bands gespielt. Zum Teil auch in Bands, die ausschließlich eigene Songs geschrieben und gespielt haben. Einige haben aber kurzzeitig als „Musik-Bespaßer“ auf Hochzeiten ihre Brötchen verdient.

Wo bringt ihr das Publikum zum ausflippen?
Querbeet. Wir treten deutschlandweit und im benachbarten Ausland auf. Anreisen von bis zu 900 km sind keine Seltenheit. Im wahrsten Sinn des Wortes „cool“ war es bei unseren Auftritten auf der Hochalm in Obertauern (Österreich) auf 2000 Meter Höhe. Dort spielen wir bereits seit vier Jahren. Das ganze Equipment wurde mit Pistenbullies auf die Skihütte hoch gefahren und wir haben im strahlenden Sonnenschein gespielt! Dieses Jahr spielen wir auf Sylt, das wird ebenso klasse. Wir haben auch mal im Maritim auf dem Bonner Presseball gespielt, das Gala-Pubikum hatten seine helle Freude als wir richtig losgelegt haben. Das brachte mal echte Abwechslung in die sonst so seriöse Veranstaltung.

Coverbands, manche schwören ja immer auf´s Original „mir hole nix anneres als dat echte“.
Na, wir sind halt nicht wie eine Tributeband, die Queen oder wie Elvis-Cover-Sänger, die ihren Vorbildern musikalisch möglichst nahe kommen wollen. Wir wollen überraschen und mixen schon mal Dinge, die eigentlich gar nicht miteinander gehen: Boggie Pimps mit David Bowie, Hot Chocolate mit Nirvana. Bei uns mutieren brave Balladen und Pop-Songs zu rockenden Party-Hits zum Abfeiern – aus harten Rap-Nummern werden melodische Songs zum Mitsingen. Da wir Songs aus allen Musikgenres performen, sprechen wir eine riesige Zielgruppe an.

Habt Ihr denn eigene musikalische Akzente setzen können?
Wir haben ein eigenes Lied produziert – BOOBS - ein richtiger Ohrwurm! Aber wir werden gebucht, um Stimmung zu machen. Unser Ziel: Sofort beim Publikum landen! Das geht halt am besten mit Cover-Songs.

Fans?
Wir haben jede Menge Fans. Eine Frau hat jetzt so gar ihr Pferd nach einem unserer Sänger benannt.

Was war denn jetzt mit der Zappa-Witwe?
Wir hatten Sie angemailt und wollten ihre Genehmigung, um den legendären Frank Zappa Titel „Bobby Brown“ neu zu veröffentlichen.

Ja und?
Zum ersten Mal seit Zappa´s Tod hat sie die auch gegeben und gesagt: Unsere Version wäre so toll, wir wären bald Millionäre, bislang hatte sie jedenfalls Unrecht.....

Ja und gar kein Zugang zu Koblenz.
Stimmt nicht ganz. Nach unseren ersten BIG DIG-Gehversuchen und mit freundlicher Unterstützung der Band Sidewalk hatten wir unseren ersten Auftritt im Einstein! Ansonsten zieht es uns in die Ferne – Cowboys halt.

Wieso eigentlich, ...wie heißt´s gleich: „Cowrock-Style“?
Cowrock hat rein gar nichts mit Lagerfeuer-Gejaule oder texanischem Musikantenstadl zu tun. Es geht halt einfach mächtig ab. Fans sagen immer wieder, dass wir mit unserer Show Träume nach Freiheit und Unabhängigkeit bei ihnen wecken. Bei uns sind sie weit weg vom Alltag und Spaß steht ganz weit vorne.

Habt Ihr den Kontakt zu Boss Hoss?
Ja, die finden unsere Sache auch gut. Mittlerweile sind wir sogar befreundet und sehen uns ab und zu.

Oscar Brown, ein typischer Name von der Mosel!
Nein, mein Künstlername! Jeder in der Band hat einen mehr oder weniger sinnigen Bandnamen.

Aha, und der echte Name?
Bleibt mein Geheimnis!

Wieso? Sind Sie etwa James Bond?
Käse, aber irgendwie so ähnlich, wegen der ganzen Fan-Frauen bleibe ich lieber inkognito, ich habe sonst keine Ruhe mehr ...

Kommentare

Kommentar hinzufügen

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob man ein menschlicher Benutzer ist und um automatisierten Spam vorzubeugen.