Mit Strohhut und Wörterbuch nach Madrid
Mit Strohhüten und roten T-Shirts werden sie sich auf den Weg nach Spanien machen: Etwa 140 Jugendliche aus dem Bistum Limburg sind im August beim Weltjugendtag (WJT) mit Papst Benedikt XVI. in Madrid dabei. Knapp 100 Tage vor dem Start haben sich die jungen Pilger aus der Diözese am Sonntag, 8. Mai, in der Limburger Jugendkirche Crossover auf das Großereignis vorbereitet.
Neben Informationen rund um den WJT gab es an diesem Tag Gelegenheit zum Kennenlernen: Wer fährt mit nach Madrid und aus welchen Teilen des Bistums kommen die anderen Teilnehmer? Wer nimmt ein Wörterbuch mit oder spricht sogar Spanisch? Außerdem erfuhren die Pilger aus Limburg, wie sie sich in Madrid selbst im Trubel von mehr als zwei Millionen Jugendlichen aus aller Welt schnell erkennen: an den Strohhüten, die alle deutschen Pilger tragen werden und an den roten Bistums-T-Shirts zum WJT mit der Aufschrift „Bistum Limburg en camino a España“ – Bistum Limburg auf dem Weg nach Spanien.
Bei der geistlichen Vorbereitung setzten sich die Jugendlichen in Kleingruppen mit dem Motto des WJT „In Christus verwurzelt und auf ihn gegründet, fest im Glauben“ auseinander. Die Ergebnisse brachten sie anschließend in den gemeinsamen Gottesdienst mit Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst ein: „Fest verwurzelt in Christus, dass bedeutet für mich immer wieder Kraft und Hoffnung zu schöpfen, die wir an andere weitergeben“, sagte eine Teilnehmerin. „Fest verwurzelt zu sein in Jesus Christus, das bedeutet für mich aus der Taufe zu leben“, mit diesen Worten erläuterte der Bischof von Limburg den Jugendlichen sein persönliches Verständnis des WJT-Mottos: „In Gott verankert sein, bei allen Stürmen und Wirren keine Angst haben zu müssen, unterzugehen.“ Eine tiefe Verwurzelung mit Christus könne gerade in schwierigen Zeiten entstehen, „da, wo im Leben nicht alles glatt läuft, da, wo ihr Fragen habt“, sagte der Bischof in seiner Predigt. Er verwies auf den Begründer der Weltjugendtage, Papst Johannes Paul II., der aufgrund der politischen Umstände „in seiner Jugend und seinem jungen Erwachsenenalter seinen Glauben unter widrigen Umständen leben musste und gerade in dieser Bedrängnis immer wieder entdeckt hat, welche Kraft aus der Verwurzelung mit Christus kommt.“ Wenn man Wurzeln suche im Leben, könne es helfen auf Menschen zu schauen, die eine solche Verwurzelung haben, erläuterte Tebartz-van Elst. Er ermutigte die Jugendlichen während der gemeinsamen Pilgerfahrt nach Madrid mit ihm und miteinander über ihren Glauben zu sprechen. „Ich freue mich darauf, von euch zu hören, was ihr schon an Wurzeln entwickelt habt und was ihr vertiefen wollt. Und ich möchte euch davon erzählen, welche Wurzeln sich in meinem Leben ergeben haben. Wo wir das miteinander tun, da merken wir, dass wir miteinander in die Tiefe wachsen“, sagte der Bischof von Limburg.
Für die Reise zum Weltjugendtag bietet das Bistum noch wenige Plätze an: Anmelden konnten sich bislang Jugendliche aus der Diözese im Alter von 16 bis 30 Jahren. Jetzt haben auch Jugendliche, die etwas jünger als 16 Jahre sind, die Gelegenheit, sich für das Großereignis anzumelden. Da die Veranstaltung außerhalb der hessischen und rheinland-pfälzischen Schulferien liegt, bietet das Bistum zwei verschiede Reisevarianten nach Spanien an: Das erste Format umfasst die Tage der Begegnung (11. bis 15. August) im Bistum Girona in der Nähe von Barcelona und den WJT in Madrid (16. bis 22. August). Darüber hinaus bietet die Diözese für Schüler eine verkürzte Reisevariante direkt nach Madrid (16. bis 22. August) an. Die Kultusministerien aus Hessen und Rheinland-Pfalz haben zudem fünf Tage Schulbefreiung für den WJT bewilligt.
Weitere Informationen zum WJT 2011 gibt es beim Weltjugendtagsbüro im Bistum Limburg im Internet (www.wjt2011.bistumlimburg.de), sowie per E-Mail (wjt2011@bistumlimburg.de) oder telefonisch (06431/295 343).
Hintergrund:
Die Weltjugendtage gehen auf das „Heilige Jahr der Erlösung“ zurück, das die katholische Kirche 1983/84 feierte. Papst Johannes Paul II. lud die Jugend zum Abschluss dieses Jahres 1984 nach Rom ein. Dort übergab er den Jugendlichen das „Heilig-Jahr-Kreuz“ mit der Bitte, es als Zeichen für die Liebe Christi zu den Menschen durch die Welt zu tragen. Als die UNO 1985 das „Internationale Jahr der Jugend“ ausrief, lud der Heilige Vater die Jugendlichen am Palmsonntag zu einem Internationalen Jugendtreffen wieder nach Rom ein. Durch diese beiden Treffen angeregt führte Papst Johannes Paul II. im Dezember 1985 die regelmäßigen Weltjugendtage ein. Etwa alle drei Jahre findet der internationale WJT in einem anderen Land statt. In den Jahren dazwischen werden die Weltjugendtage auf diözesaner Ebene gefeiert.
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